Anklamer Tor

Anklamer Tor
1481 ist im fünften Band des Usedomer Stadtbuchs die Rede von einem Anklamer Tor. Vermutet wird, dass es um 1450 erbaut wurde. Beweisen kann man es aber nicht. Es ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt Usedom, restauriert 1998. Lange Zeit (vorwiegend im 18. und 19 Jh) beherbergte das Tor ein Stadtgefängnis. und es wird seiner Aufgabe sich gerecht geworden sei. Alte Chroniken berichten von eigenartigen Zuständen, wie der Wärter zwei einsitzende Mörder nachts auf Raubzüge schickte und das Diebesgut an sich nahm. Genutzt wurde es auch als Stadtarchiv und Lagerraum. Als Heimatstube diente es seit 1966, war ab 1971 öffentlich zugänglich und mit Exponaten aus der Geschichte Usedom ausgestattet. Wertvolle Exponate, wie das Richtschwert zum Beispiel, mit dem 1823 die letzte Hinrichtung in Usedom erfolgte, wurden aus Sicherheitsgründen in Museen im Umkreis von 150 Kilometern gegeben.
Die Stadtmauer
Die auf einem Feldsteinfundament ruhende Stadtmauer hatte eine Höhe von 3-4 Metern. Von 1,5 Metern Breite am Fuß verjüngte sie sich nach oben bis auf 1,0 Meter. Von Strebepfeilern verstärkt umgab sie die deutsche Siedlung Uznam, das heutige Stadtgebiet. Die schwedische Matrikelkarte von 1693 zeigt drei Stadttore, das Anklamer Tor nach Westen, das Swinetor nach Norden und das Peenetor nach Südosten gelegen. Ein weiterer nach Osten gelegener Mauerdurchgang, der Schlosseingang, verband durch eine Brücke über den Stadtgraben den Schlossberg mit der Stadt. Es ist aber auch von einem weiteren Durchgang die Rede, der über den Weg zwischen der heutigen Sparkasse und dem „Norddeutschen Hof“ erreichbar war in Richtung Kloster Grobe. Obwohl die Mauer auf der Matrikelkarte als völlig intakt dargestellt ist, spricht die Chronik der Stadt um diese Zeit bereits von erheblichen Schäden, die schon vor und während des 30-jährigen Krieges sowie danach entstanden waren aber kaum noch beseitigt wurden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Swinetor und Peenetor abgerissen, nachdem Regierungsbaumeister Böttcher diese als geschichtlich wertlos eingeschätzt hatte. Die Stadtmauer folgte in mehreren Schritten, so dass kaum noch nennenswerte Reste existieren.





