Gellenthin

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Die Ersterwähnung erfolgt 1254 in einer Urkunde als „Jalendin“ (slawischer Ursprung – Hirsch, Zweig). In der Urkunde (PUB II, Nr. 596)1 wird bestätigt, dass der Ritter Tamno das Dorf „Jalendin“ im Tausch für das Dorf Schlakto bei Gützkow an das Kloster Grobe abtritt. 1298 bei der Grenzbeschreibung der Stadt Usedom wird „velth Yellendyn“ als Grenzort genannt2,3.

 

 

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Es ist Klosterdorf bis 1534 und wird dann Dorf des Herzoglichen Amtes Pudagla. In den „Schwedischen Matrikeln“ 16934 als „Gellentin“ aufgeführt, lebten 4 Vollbauern und 2 Büdner im Ort (Vollbauern hatten damals mindestens einen Knecht und eine Magd, wofür Kopfsteuer zu entrichten war). Im 30-jährigen Krieg wird das Amt Pudagla – und damit Gellenthin - schwedisch und nach 1720 brandenburgisch.

 

 

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1751 wird die Zahl der Bauernstellen vom König von 4 auf 8 erhöht. 1839 erfolgen in Gellenthin die Vermessungen der bäuerlichen Feldmarken und die entsprechenden Gemeinheits-Teilungs-Rezesse. Damit war die Leibeigenschaft für alle Bauern Gellenthins beendet.

 

 

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Bis 1862 erweitert sich der Ort erheblich auf: 8 Bauernhöfe, 10 Büdnerstellen, insgesamt 187 Bewohner in 33 Haushaltungen und 24 Wohnhäusern5. Nach Eindeichung der Sumpfwiesen zur Peene entwickelt sich im 19. Jh. auf dem sogen. „Fossberg“ das spätere „Voßberg“. 2010 hatte Gellenthin 50 Einwohner und einen bäuerlichen Betrieb mit Milchviehhaltung. Ein Teil der Flur wird von der Usedomer Agrar GmbH genutzt. M. Störr

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1Pommersches Urkundenbuch I. Band 786-1253: Urkunde Nr. 596 vom 13. Januar 1254, Köln Wien, 1970 (Böhlau).
 
2Pommersches Urkundenbuch III. Band 1287-1300: Urkunde Nr. 1870 vom 23. Dezember 1298, Aalen Köln Graz 1970 (Scientia, Böhlau).
 
3Wächter, J. (1998): Urkunde Herzog Bogislaws IV. über die Verleihung des lübischen Rechts an die Stadt Usedom. – In Metz, B. (Hrsg.) Usedom – Geschichte und Geschichten, S. 57-60, Ostklüne (Verlag Störr).
 
4Die schwedische Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709. – Hrsg. Historische Kommission für Pommern in Verbindung mit dem Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald, S. 109-118, Greifswald (1995).
 
5Berghaus, H. (1865): Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen – II. Teil, Band I, S. 472, Anclam (Dietze).