Kölpin

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Kölpin, Rittergut, entstand 1922 durch Vereinigung der beiden Adelsgüter „Regezow“ und „Hufe“ unter dem damaligen Besitzer von Böhlendorff-Kölpin. Regezow hat slawischen Ursprung und bedeutet Binse, Schilf. Erstmals urkundlich erwähnt wird Roghezow (Regezow) am 7. Januar 1337 in einer Urkunde, in der sich das Kloster Pudagla mit der Stadt Anklam über die Fischereirechte in der Peene einigt1.

 

Demnach hatte dass Kloster Besitzrechte über Regezow. Urkunden von 12672 und 13173 in denen Regezow als Klosterbesitz genannt wird, sind Fälschungen aus der zweiten Hälfte des 14. Jh. und daher keine Ersterwähnung. Nach der Säkularisierung war es Lehngut der Familie von Buggenhagen, die jenseits der Peene großen Besitz hatte.

 

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1693 war der Holländer Jacob Petterson Eigentümer, dessen Sohn es 1747 an den schwedische Major Chr. Adam von Stedink verkaufte. 1767 übernahm die Familie von Reichenbach das Gut, für fast 100 Jahre. 1853 ist ein Legationsrat Hermann Heüer genannt, der auch das Nachbargut Hufe besaß. 18624 wird es als Rittergut beschrieben mit einer Fläche von 76 ha und 51 Einwohnern in 3 Wohnhäusern mit 6 Haushaltungen.

 

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Die Hufe liegt zwischen den Fluren Gneventhins, Zecherins, Karnins und der Peene. Ursprünglich „Gellenthinsche Hufe“ genannt. In der Mönchower Kirchenmatrikel von 1575 wurde es nicht erwähnt. 1607 wurde es vom Herzog (gemeinsam mit Zecherin und Mönchow) an den Generalpächter Herrn von Ninkerken verpfändet, der es an Unterpächter weiterverpachtet. 16935 als Adelsgut „Die Huffe“ beschrieben, das einen Oberst Möller gehört, der es an den Besitzer von Regezow, den Holländer Jacob Petterson, verkaufte und der es zusammen mit Regezow bewirtschaftete.

 

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1779 gehörte das Adelsgut mit dem Krug dem Kriegsrat P. E. von Meyenn, der es 1787 an Major von Reichenbach verkaufte, der bereits das Rittergut Regezow besaß6. 1862 wird es als unbewohntes, vom Rittergut Regezow aus bewirtschaftetes Ackerwerk erwähnt. Als Eigentümer ist seit 1857 Legationsrat Hermann Heüer benannt4.

 

Das vereinte Dorf Kölpin hat 2010 17 Einwohner. Die Landwirtschaftliche Nutzfläche wird gegenwärtig z. T. als Pachtland von der Usedomer Agrar GmbH bewirtschaftet. M. Störr

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1Pommersches Urkundenbuch X. Band 1336-1340: Urkunde Nr. 5440 vom 7. Januar 1337, Köln Wien, 1984 (Böhlau).

 

2Pommersches Urkundenbuch II. Band 1253-1283: Urkunde Nr. 851 von 1267), Aalen Köln Graz, 1970 (Scientia, Böhlau).

 

3Pommersches Urkundenbuch V. Band 1311-1320: Urkunde Nr. 3132 (dadiert 27. Juli 1317), Aalen Köln Graz, 1970 (Scientia, Böhlau).

 

4Berghaus, H. (1865): Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen – II. Teil, Band I, S. 559, Anclam (Dietze).

 

5 Die schwedische Landesaufnahme von Vorpommern 1692-1709. – Hrsg. Historische Kommission für Pommern in Verbindung mit dem Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald, S. 68-82, Greifswald, 1995 (Dietrich).

 

6 Brüggemann, L. W. (1779): Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. – Erster Teil. S. 261, Stettin.